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I’ll be back!

Ladies and Gentlemen!

After having a reizvolle Sommerpause with a lot of Zeit zum Nachdenken über diese Site, I present you the ultimate Comeback featuring Mr. Important and Mr. Even More Important. Thanks an this Stelle an my wife Dortiii for getting this following picture on our last weekend’s sightseeing-tour in Hamburg-City.

I woun’t entschuldigen myself für not posting anything the letzte Zeit, ’cause I habe bemerkt, that there has been too much Mist to write about, so I befürchtete to loose my geistige Gesundheit, if I would concentrate auf any dieser Absonderlichkeiten. Manches just needs to be unkommentiert, um sich selbst (auf-) zu lösen.

Anyway.

Still alive. :)

Auf den zweiten Blick

Hamburg im Herbst 2010. Ein weiteres Mal besuche ich die Hansestadt an der Elbe, das Tor zur Welt. Berühmt für die Reeperbahn, den Hafen, die Landungsbrücken, die Alster, die Musicals und so vieles mehr. Wer als Auswärtiger nach Hamburg kommt und im Leben schon mal über den Tellerrand geschaut hat, bekommt was er erwartet: Emsiges, ruheloses, multikulturelles Treiben, mit dem kleinen verruchten Beigeschmack einer sündhaftigen Hafenstadt, die sich mit Ach und Krach am Puls der Zeit bewegen will, koste es was es wolle…!  24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. Man ist froh, ihr als auswärtiges “Landei” irgendwann wieder den Rücken zukehren zu können, diesem Ameisenhaufen aus Stahl, Beton, Glas, Asphalt und Menschen. Hamburg hinterlässt dennoch einen Reiz, der die allermeisten immer wiederkehren lässt um dem Charme der Stadt erneut zu erliegen und um neue Ecken zu erkunden.

Hamburg boomt, platzt aus allen Nähten und wächst in alle Richtungen, vor allem nach oben. In vielerlei Hinsicht. Hamburg ist dieser Tage offensichtlich lebendiger den je, alles andere als eine tote Stadt, in der “nichts abgeht”. Zahlreiche Firmen haben hier ihre Dependancen: Vatenfall, Edeka, Ergo-Versicherungen. Der NDR unterhält ein riesiges Gelände mitten in Hamburg, mehrere beeindruckende Klinikareale stellen die medizinische Versorgung der Hamburger sicher. Die “Häuser” der Hafen-City schießen wie Pilze aus der Erde. Der Bau der Elbphilharmonie  kostet dort allein bald eine halbe Milliarde Euro. Und da ist es auch schon, das liebe Thema Geld. Denn Geld regiert nicht nur die Welt, sondern vor allem auch in Hamburg.

Wer in Hamburg dabei sein möchte, muss es haben und bereit sein, es auch wieder auszugeben. Und dies ordentlich. In Hamburg herrscht Mangel an Wohnungen. Zum einen insgesamt, zum anderen besteht ein Mangel an “bezahlbaren” Wohnungen, wobei auch das relativ ist. Es ist zwar einerseits so, dass viele Arbeitnehmer in Hamburg im Vergleich zum otto-normal Norddeutschen mehr Geld verdienen, dies ist andererseits auch zwingend nötig, um die teilweise bayovarisch anmutenden Mietkosten bewältigen zu können. So kostet der Quadratmeter (Info aus 1. Quelle) mal eben locker 30-50 Prozent mehr als in Bremen oder Oldenburg. Für eine kleine 1-Zimmerwohnung 600€ im Monat? In Hamburg kein Problem. Hinzu kommen häufig bekanntlich die Kaution, sowie ggf. Marklercourtage. Wer partout keine Wohnung finden kann, weil er ständig Lospech hat, der setzt auch gerne mal ein “Kopfgeld” auf die Vermittlung einer passenden Wohnung aus, häufig zwischen 500 bis 2000€ – zusätzlich zu den o.g. einmaligen Kosten. Wer hat, der hat.

Und wer in Hamburg etwas hat, der zeigt das auch. Und da Wohnraum knapp ist und man sein Geld außenwirksam nur schwer in seine Etagenwohnung stecken kann, muss eben der Luxuswagen her, der dann vor der Wohnung steht. Klassischerweise fährt der Mann Mercedes, Bmw 5er oder 6er oder am besten die SUV-Variante, Bentley, Jaguar etc.! Die Damen begnügen sich meistens mit einem Smart. Und da Parkplätze in Hamburg genauso Mangelware sind wie Wohnraum parkt man eben so, wie’s begehrt. Dies führt nicht nur zu einer allgegenwärtigen und beeindruckenden Anhäufung von edlen Karossen in Reih und Glied, sondern verfestigt auch den Eindruck, dass man hier in Hamburg mit einem Statussymbol auf vier Rädern auch Sonderrechte für die StVO erwirbt. Da wird hier geradezu hemmungslos in zweiter Reihe oder in Kreuzungseinmündungen geparkt, dorten steht der Ferrari auf einem der (eigentlich kaum vorhandenen) Behindertenparkplätze in der Hafen City. Rote Ampeln oder Zebrastreifen werden ebenfalls bei Bedarf ignoriert, genauso wie Park- oder absolute Halteverbote. Der  Touareg parkt zum Brötchen holen halt eben vor der Fußgängerampel, wenn sich dadurch ein schneller Besuch in der Bäckerei ermöglichen lässt. Wird meine Karre abgeschleppt, fährt Pepe mir den Nächsten vor.

So scheint der Hamburger in gewissen gesellschaftlichen Etagen vor allem auf eines bedacht zu sein: auf sich selbst.  Und dazu gehört auch das “Body-Shaping” in Form von Joggen. Sonntags joggt halb Hamburg um die Wette, natürlich 1a ausgerüstet mit richtigen, teuren Laufschuhen, der Sportleggings und Stirnband. Häufig sieht man aber immer nur einen Läufer vor sich hin schlurfen und selbst dem ungeübten Betrachter fällt der ein oder andere Verbesserungsvorschlag zur Laufhaltung ein.

Auch wenn sich ein zunehmend elitärer Charakter in Hamburg einschleicht, bietet Hamburg aber auch vieles, was einen angenehmen Nachgeschmack hinterlässt. Die Kneipen- und Restaurantszene z.B. die mit vielen Geheimtipps in vielen unterschiedlichen und interessanten Locations aufwartet. Immer mehr Lounges entstehen, wie die White-Lounge oder die 20up-Bar im Hotel Riverside. Berühmte Fernsehköche haben ihre Restaurants in Hamburg und eine Hafenrundfahrt bei Bier und Brezel sollte jeder mal gemacht  haben. Und über den Kiez braucht man eigentlich nichts mehr sagen.

Dennoch bin ich dankbar in Hamburg auch einmal den zweiten Blick gewagt zu haben. Umso mehr bestätigte sich mein Eindruck, in der kleinen und beschaulichen Stadt Oldenburg den richtigen Platz für mich gefunden zu haben.

Harz aber herzlich

Meine Frau und ich, wir dürfen uns mittlerweile zu den Stammgästen zählen.

Stammgäste im Harz. In einem Hotel der Relaxa Gruppe, dem Relaxa Hotel Harz Wald in Braunlage im Harz. Dabei ist dieses Mitteldeutsche Urlaubsgebiet gerade bei der Altersklasse der unter 35-Jährigen alles andere als beliebt.

Die jungen Leute beklagen: zu wenig Action, zu wenig Party, keine Strände, kein Meer. Dafür gäbe es Wälder, Berge und eine Menge alter Leute. Und all das ist korrekt. Wer in den Harz fährt erlebt zunächst eine atemberaubende Natur. Gerade wir Plattländer aus dem Oldenburger / Bremer Raum kennen ja sowas wie Berge nur von Postkarten. Und kaum ist man nach über 200km Autobahn endlich im Harz angekommen beginnt man auch zu verstehen, warum dieser Fleck Erde so beliebt bei Wanderen und vor allem Motoradfahrern ist. Stichworte: Berge, Wälder und… Serpentinen!

Der Turbodiesel schnauft sich im 4. Gang bei 80-90 km/h die Straßen hoch, an den 5. Gang ist nicht denken, weil man Angst hat die Drehzahl geht bei diesen Steigungen in die Knie und der ADAC muss kommen. Bei Schnee muss das hier die Hölle für Autofahrer sein, die Hölle für diejenigen, die bei solchem Wetter noch nie in den Alpen unterwegs waren. Bei Sonnenschein ist es ein Traum. Obwohl wir uns höchstens auf 700m über Normalnull bewegen glaubt man teilweise, dass die Wolken auf der Straße hängen. Einheimische mit den Kennzeichen GS oder OHA erkennt man nicht an eben den Selbigen, sondern daran, dass sie sehr geübt im Fahren durch den Harz sind. Denn Autofahren im Harz ist Mutprobe und Fahrtraining zu gleich. Manche “Pisten” laden geradezu zum Gasgeben ein, manch Kurve ist nachvollziehbar schon Endstation für den ein oder anderen PKW bzw Zweiradfahrer geworden.

Braunlage selbst liegt mitten im Harz, zwar immer noch im Westen der Republik, doch ist der eiserne Hauch der innerdeutschen Grenze auch hier noch nachvollziehbar, wenn man vom 971m hohen Wurmberg zum großen Bruder, dem Brocken (über 1100m) hinüber schaut. Die Gipfel trennen zwar nur knappe 10-12km Luftlinie, doch dazwischen liegen Kilometer Wald… Flora und wilde Fauna.

Und das ist auch der Kernpunkt, was uns im Speziellen in den Harz zieht. Ist ist eben nicht dieses Probeschnuppern am Seniorendasein mit ihren Busfahrten, Ausflügen, Wanderungen und Kaffeenachmittagen, oder die Suche nach Party, Action usw. sondern genau das Gegenteil: Ruhe vor dem Alltag.

Wer im Harz auf den Gipfeln der höchsten Berge steht oder sitzt, für einen Moment inne hält und in die Ferne blickt (gerade vom Brocken ist der Ausblick gen Westen gigantisch) und zusieht, wie die Wolken Bilder auf die Aberkilometer Tannenwipfel werfen, der erfährt Ruhe und Naturerlebnis gleichermaßen. Wer durch die urigen Wälder wandert, lauscht automatisch, ob da nicht doch ein leises Hexenlachen oder Kichern eines Trolles zu hören war. Der Hexenkult ist im Harz ungebrochen. Im Gegenteil, allein im Spirituosensektor können unzählige Hexenbiere und Brockenschlucke eine Parade nach der anderen abhalten. Zudem machen Fleisch und Wurstwaren mit excellentem Geschmack und urigen Lebensgefühl während einer “autentischen” Brotzeit auf sich aufmerksam.

Auch die Aktiveren können im Harz auf ihre Kosten kommen, sei es im Winter – klar – mit Ski und Snowboard, aber auch im Frühling, Sommer und Herbst mit Mountenbikes, Monsterrollern und Wanderungen.

Doch der Harz kränkelt. Die Besucher bleiben seit Jahren fort. Entgegen dem bundesdeutschen Trend zum Urlaub im Heimatland verzeichnet der Harz insg. Besucherrückgänge. Das führt zu teils schlimmen Erscheinungsformen, was das Straßenbild betrifft. Nicht nur in Braunlage stehen kleinere Pensionen an den Hauptstraßen leer und werden dem Verfall anheim gegeben. In Halberstadt, knapp nordöstlich außerhalb des Harzes, stehen ganze Straßenzüge leer, sind Scheiben eingebrochen, Häuser verfallen. Es hat etwas Merkwürdiges in Mitten dieser imposanten Natur zu sein und  z.B. scheinbar alleine in der Wurmbergseilbahn zu sitzen oder das Hotelschwimmbad für sich alleine zu haben. Irgendwie ein Gefühl von Luxus, aber irgendwie auch sehr befremdlich. Aus “Hotelkreisen” war zu erfahren, dass der Harz auch für die großen Hotelketten langsam zur Herausforderung wird. 30- 50% Belegung bei laufenden Kosten wuppt man nicht mal eben so ewig weiter. Das 4 Sterne (dt. Kategorie) Haus Hotel Harz Wald der Relaxa Gruppe bietet teilweise die Nacht mit Frühstück schon ab 45€/p.P. an.

Minusfaktor Nr. 1: die Lage. Was einerseits unschlagbar anziehend für Biker und Wellness- und Wanderfreunde wirkt, ist für den Ottonormalurlauber schon mit ernstahfter, bewusster Planung verbunden, will er wirklich was erleben im Harz. Denn zunächst muss man erst mal mitten in den Harz kommen und dann dort auch umherfahren um wirklich jeden Tag etwas anderes erleben zu können.

Minusfaktor Nr. 2: der Ruf. Langeweileurlaub im Seniorenhotel, das möchte keiner wirklich. Tatsächlich ist der Seniorenschnitt im Harzurlaub recht ausgeprägt, obwohl man sich als junger, sportlicher Mensch sicher sein darf: ganz oben auf dem Berg kommen die ganz Kaputten  eh nie an. Auch das Biken und Crosswandern werden sie einem nicht versalzen. Einzig die Saunen und Bäder werden sie einem vollschwitzen, obwohl so richtig stören tut das dort auch nicht. Die ganz Alten sieht man ehestens bei den Mahlzeiten, wobei man sich fragt, was die alten Hasen den lieben langen Tag hier oben eigentlich machen.

An den Unterkünften hat man eigentlich nichts zu rütteln, die meisten größeren Hotels können  recht gut miteinander und geben sich qulitativ keine Blöße. Und die Betriebe im gebeutelten Harz wissen, das für sie eine Menge auf dem Spiel steht, wenn sie Gäste von auswärts bewirten. Es scheint gar, das jeder Gast heilig ist. Nicht verkrampft aber stets erfolgreich bemüht. Es ist der Kampf der Hotelerie gegen die drohende Bedeutungslosigkeit. Und das bei erhöhter Inlandsnachfrage im Urlaubssektor. Eigentlich ist der Harz zu schade für die zweite Wahl, nur weil an den Küsten mal wieder längst alle Hotels und Pensionen auf Monate ausgebucht sind. Und man ehrlich, dort hat man zwar Strand, aber das Wasser ist eh viel zu kalt zum Baden und echtes “Ballermann”-Feeling mag  auch hier beim stets ansteigenden Altersdurchschnitt nicht so recht aufkommen.

Deshalb bleibt der Harz erst mal der Harz. Ein Geheimtipp für alle, die dem stressigen Alltag so richtig entkommen wollen um mal buchstäblich “über den Dingen” zu stehen.

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