In den letzten 2-3 Jahren ist die Musikrichtung House immer mainstreamiger und damit salonfähiger geworden. Waren es vor Jahren noch RnB und Black Music, die die Floors füllten, haftete der Ghettomucke zunehmend das Image von Kriminalität und (mit Verlaub) Unterschichtenmusik an.
Und mal ehrlich, da will ja keiner wirklich zugehören.
Momentane House-Acts verkaufen vor allem eine Message: unbeschwert feiern, Urlaubsfeeling das ganze Jahr, wann und wo Du willst. Housemusik weißt sieht sich in der aktuellen Außenwirkung nicht als Beschwerdeträger für soziale oder politische Missstände aus, sondern trägt einen ungezwungenen, unverbindlichen Vibe mit sich.
House ist “in”, spätestens seit Blackmusic-Größen wie Usher oder Kelly Rowland ihre Stimmen zu 128 BPM über den Sound schicken.
Dass Schweden in dieser Zeit wieder mal ein wichtige Rolle in Sachen Housemusic einnimmt, weiß man nicht erst seit David Guetta (Update: der kommt bekanntlich aus Frankreich – my fault) oder der Swedish House Mafia.
Ein recht junger schwedischer Produzent namens Tim Bergling versetzt die “Szene” seit kurzer Zeit in massive Verzückung und stürmt mit Riesenschritten ins internationale Rampenlicht. Unter dem Pseudonym Tim Berg veröffentlichte er letztes Jahr “Bromance” bzw. die Vocalversion “Seek Bromance”, welche ihm den internationalen Durchbruch bescherten.
Seek Bromance:
Es folgten Remixe für Tiesto, Armin van Buuren, oder David Guetta.
Unter den Namen Avicii oder Tom Hangs ist er allerdings momentan eher aktiv:
Momentan steht seine neue Single “Fade Into Darkness” ist Ende Juli in Deutschland erschienen. Der Song beinhaltet eine unverwechselbare Klaviermelodie vom “Penguin Café Orchestra”. Wie mittleriweile im Netz nachzulesen ist, gab es hierzu erst das Instrumental “Penguin”, welches dann vom Label Ministry Of Sound genutzt wurde, um einen potentiellen Sänger für die Nummer zu casten. Im Zuge dessen wurde das Produzententeam um Leona Lewis auf den Song aufmerksam und strebte eine Zusammenarbeit an, allerdings sollte das Lied dann “Collide” heißen. Das Label lehnte dies ab, weil man in der Zwischenzeit einem anderen Sänger den Vorzug gegeben hatte. Nun kommt es zum Rechtstreit, weil Leona Lewis das Instrumental von “Fade Into Darkness” in minimal abgewandelter Form für “Collide” benutzt hat und eine Veröffentlichung anstrebt.
Ungeachtet dessen werden Avicii und Co. 2011 weitere Burner raushauen, neben “Fade Into Darkness” ist auch der Track “Levels” zu erwarten, der im Internet unter dem Projektnamen “ID” kursierte.
Fade Into Darkness & Levels:
Ich persönlich finde “Fade Into Darkness” sehr gut und auch “Levels” weiß zu begeistern.
Ein Track allerdings hat es mir so richtig angetan. Er wird wahrscheinlich erst im Herbst erscheinen, hat aber wie ich finde gleiches Potential wie “Bromance” oder “Fade Into Darkness”. Die Rede ist von “Silhouettes”. Die Melodie hat sich einfach in meine Gehörgänge eingebrannt und ist für mich eine absolute Gute-Laune-Nummer. Aber hört selbst:
Silhouettes: