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Schiffe versenken 2012

Puh…

Dieser Sommer bot ja schon Action-Kino deluxe und 2012 schickt sich an, diese Tradition zu halten, sofern man den Monat Mai als Sommer definiert. ;)

Dann nämlich erscheint der “Action-Adventure” Streifen “Battleship” mit Taylor Kitsch, Brooklyn Decker, Alexander Skarsgård, Rihanna, Asano Tadanobu und Liam Neeson.
Das ganze wird produziert von Peter Berg (wer?), der auch schon Hancock produzierte. Man darf also tiefgründiges Nachdenkkino nicht unbedingt erwarten. Der aktuelle, knapp 2-minütige deutsche Trailer benötigt immerhin fast 1 Minute um richtig in Fahrt zu kommen, ich denke man kann im Film dann erfahrungsgemäß davon ausgehen, dass die ersten 20-30 Minuten mit nervtötenden Belanglosigkeiten gefüllt werden, bevor es zur Sache geht.

Aber macht Euch selbst ein Bild.

Tension deluxe

In diesem Artikel geht es um zwei Filme, die ich in den letzten Tagen angeschaut habe. Zum einen wäre da Paranormal Activity 2 und zum anderen Buried. Beides nicht gerade Filme, die als Familienunterhaltung Anwendung finden sollten.

Warum ich über diese beiden Filme bloggen möchte liegt daran, dass mich beide Filme äußerst gut und spannend unterhalten haben. Dies schon mal vorweg. Weiterhin kann ich empfehlen sie an einem Abend nacheinander weg zu gucken. Hier empfehle ich zunächst Buried, dann Paranormal Activity 2. Diese Reihenfolge begründet sich meiner Meinung nach aus der Wirkung beider Filme, die ein ähnliches Ziel haben: den Zuschauer besonders auf der Zielgeraden mit voller Wucht zu schocken. Das gelingt Paranormal Activity 2 insg. ein wenig besser, weil dieser Film eher im Dokumentationsstil ohne dramatische Zutaten wie Filmmusik oder besondere Kamerafahrten auskommt.

Aber warum mit Buried beginnen? Aus zwei Gründen. Buried hat nur einen Hauptdarsteller: Paul (Ryan Reynolds). Paul ist wie der Filmname schon sagt “begraben”. Mit ihm in seinem hölzernen Sarg (eher eine schlichte Holzkiste) befinden sich noch ein Handy, ein Feuerzeug und eine Tasche mit Knicklichtern, einem Zettel, einer Taschenlampe und anderen eher unwichtigen Dingen. Das Handy ist Pauls einzige Verbindung zur Außenwelt und schnell wird klar, wie er in die Kiste kam und wer dafür verantwortlich ist. Paul, seines Zeichens Trucker im Irak, wurde von unbekannten Tätern angegriffen und entführt und wird unfreiwillig als Druckmittel für Geld benutzt. Als ob das noch nicht schlimm genug ist muss sich Paul mit diversen Hindernissen in der Kommunikation mit diversen Gesprächspartnern am Telefon auseinandersetzen. Der Akku hält auch nicht ewig, die Luft ist knapp und die restlichen Ressourcen stark begrenzt. Paul schwankt zwischen Panikzuständen, Hoffnung, Hass, Wut und erlebt außerdem so manche menschlich abgründige Situation. Sein Personalchef ist skrupellos, die Entführer erbarmungslos und die Sonderstelle für Entführungen im Nahen Osten plan- und mittellos. Außer ein paar warmen Worten bleibt Paul meistens nichts. Immer wieder wird auf knallharte Weise deutlich: wenn du in so einer Situation bist, bist du wirklich alleine – und bleibst es auch. Den Mitarbeitern der Regierung ist es wichtiger, dass Pauls Video aus dem Sarg nicht an die Öffentlichkeit gelangt statt Lösegeld zu zahlen (wobei nie klar wird, ob eine Lösegeldzahlung wirklich Pauls Rettung bedeuten würde). Obendrein hat Paul im Sarg noch so manchen anderen Konflikt, welcher die Stimmung zusätzlich verschlechtert.

Buried legt also eine hoffnungslose Situation zu Grunde und lässt den Zuschauer immer wieder neue emotionale Zustände mit Paul durchleben. Das ändert nichts daran, dass es ein Ende gibt, dass man erst einmal verdauen muss, weil der Film in den letzten 120-180 Sekunden noch mal richtig Fahrt aufnimmt. Unter dem Eindruck der letzen Szene ertönt dann im Abspann eine relaxte Latinomucke. Der Zuschauer starrt bedient auf die Flimmerkiste.

    Trailer:

Ok, nach der ersten Gefühlsachterbahn weiter mit etwas Paranormalem…: Paranormal Activity 2.
Wie führt man etwas fort, was in seiner Art und Weise der Urform schon krass genug war? Entweder man macht eine Realverfilmung und setzt das Projekt gehörig in den Sand (vgl. Blair Witch 2) oder man zieht die Daumenschrauben auf dem bereits begangenen Weg noch einmal sinnvoll an. Bei Paranormal Activity 2 ist dieser Schritt sehr gut gelungen. Paranormal Activity 2 ist das Prequel und Sequel zu Paranormal Activity zugleich. Die Geschichte entspinnt sich einige Wochen vor den Geschehnissen des ersten Teils. Das ist wichtig, damit man sich nicht wundert, warum die Darsteller aus Teil 1 ab und zu putzmunter durch die Szenerie springen.
Die Hauptdarsteller des zweiten Teils sind eng an die des ersten Teils gebunden, da -wie sich rausstellt- Katie aus Teil 1 die Schwester von Kristi aus Teil 2 ist. Teil 2 handelt von Kristi, ihrem Mann Daniel und ihren Kindern Ali und Hunter. Daniel ist wie Micah in Teil 1 ein großer Camcorderfreund und filmt sein neues Heim akribisch von oben bis unten und macht immer wieder gestellte Interviews mit seinen Angehörigen.

Teil 1 zu kennen ist nicht unbedingt Voraussetzung um Teil 2 zu verstehen, aber es empfiehlt sich sehr Teil 1 gesehen zu haben, umso größer ist der “Thrill” der sich aus den Wendungen der Handlung in Teil 2 ergibt, auch weil Teil 2 kurzzeitig zum Zeitpunkt von Teil 1 spielt. Wir erfahren in Teil 2 etwas hintergründiger, was es mit den Angstzuständen von Katie und Kristi in deren Kindheit auf sich hatte. Und in einer kurzen Sequenz mit Ali, Kristis Tochter, erfährt man, dass das ganze Übel vermutlich schon viele Jahre zurück reicht. Ein feiner Zug der Macher, die so versuchen dem Film trotz begrenztem Setting noch mehr Breite zu geben.

Paranormal Activity 2 wirbt vorweg in Trailern mit “mehr Charakteren, mehr Kameras”. Dies sind vor allem die Pluspunkte des Films aus denen er die meiste Spannung zieht. Begnügte man sich in Teil 1 mit nur einer Kamera, so sind es in Teil 2 gleich ein halbes Dutzend mehr. Dies leigt daran, dass sich Daniel nach den ersten unerklärlichen Vorfällen im Haus (Verwüstung, Verdacht auf Einbruch) eine mehrteilige Kamera-Anlage im Haus installieren lässt, die er vom Computer aus überwachen kann. Alles im Haus wird 24 Std. am Tag und in der Nacht (per Nachtsicht) aufgezeichnet. Das sind wunderbare Zutaten, die zeitweise nervenzerfetzende Spannung erzeugen, wenn die Überwachungskameras die paranormalen Vorgänge im Haus aufzeichnen. Teilweise passiert gefühlt minutenlang nichts, dann fällt hier mal ein Bratpfanne herunter, öffnet und schließt sich eine Tür wie von Geisterhand oder ein Schatten bewegt sich durch den Raum. Stets begleitet von einem unterschwelligen Brummen, was die fremde Präsenz ankündigen soll. Spätestens als der eher konservative, rational denkende Daniel von seiner panischen Tochter Ali auf die unglaublichen Szenen der Videoüberwachung hingewiesen wird, verliert die paranormale Präsenz ihre Zurückhaltung und schlägt auch am Tage zu, vor laufenden Kameras. Paranormal Activity 2 eignet sich deshalb als Nachfolgehappen zu Buried weil zunächst für 10-15 Minuten Belangloses passiert und man “runter kommen” kann. Diese kurze Verschnaufpause ist dringend nötig, denn schon Paranormal Activity hatte bekanntlich kein Happy End. Warum sollte es bei Teil 2 anders aussehen? Nicht zuletzt während der letzten -wirklich im Wortlaut gnadenlosen- Szenen von Teil 2 klappt einem echt die Kinnlade runter. Der Kreis schließt sich. Die Kameras halten munter drauf. Wer mit einem schönen Bauchkribbeln ins Bett gehen möchte, guckt das abends!

    Trailer:

Eclipse – Darf’s ein bis(s)chen mehr sein?

Letzten Sonntag war ich mit meiner Frau (und ihr zuliebe) im Kino, “Eclipse” gucken, den dritten Teil der Twilight-Quadrologie. Die inhaltliche Vorgeschichte der anderen Teile setze ich an dieser Stelle mal als bekannt voraus. Dieses Mal geht es um Bella, Edward und Jacob / Bella+Edward / Bella+Jacob und… achja… Edward und Jacob. Capisce? Na gut, es geht auch noch um eine Horde Jungvampiere, die am Anfang ihres untoten “Lebens” irrwitzigerweise mächtiger sind, als irgendwann sonst zu einem späteren Zeitpunkt. Die Story kann man getrost auf einer A5-Seite mit Schriftgröße 20 zusammenfassen, doch das ist nicht das Entscheidende.

Mir als Mann sind die ersten beiden Teile nicht gerade wirklich nachhaltig im Gedächtnis geblieben. New Moon (Teil 2) war im im Vergleich zum ersten Film sogar noch eine Spur lahmer.
Eclipse hingegen macht ab der ersten Sekunde an einen ganz anderen Eindruck.

Die Macher scheinen ihre Hausaufgaben gemacht zu haben. Der Film beginnt mit starken, romantischen Bildern und einem hammer-orchestralen Soundtrack. Wer Kamerafahrten alá Star Wars erwartet wird enttäuscht, eher sind es die perfekt inszenierten Nahaufnahmen und Einstellungen, die im großen Kino den Blickwinkel füllen. Überhaupt punktet der Film mit grandiosen Szenen – klar, sie stammen aus der Romanvorlage – dennoch sind diese starken Szenen mindestens eben so stark dargestellt. Die Macher wissen, dass sie die Mädels mit Edwards Gesicht und Jacobs freiem Oberkörper zum Dahinschmelzen kriegen. Die Männer kommen eher bei den Actionszenen auf ihre Kosten, die zweifellos wirklich gut gemacht sind und im großen Saal schön laut und gewaltig rüberkommen. Gespickt mit zahlreichen Rückblenden in die Vergangenheit der anderen Vampiere, verdichtet sich zunehmend eine Art Musikvideo-Atmopshäre – der vampiristische Rausch wird sehr “glaubhaft” dargestellt.

Obwohl die Story insgesamt alles andere als episch ist, hat sie hier doch einige sehr starke Momente (Edwards Antrag, die Nacht im Zelt, der Pakt der Vampire mit den Werwölfen u.a.). So macht der Film deutlich Appetit auf einen Bissen mehr, bis “Breaking Dawn” endlich 2011 erscheint. Man muss nicht unbedingt dem Twilight-Hype erlegen sein, um diesen Film klasse zu finden. Spass an guter Unterhaltung reicht allemal aus.

Deutscher Trailer:

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